GUNGERN

natürlich glücklich

Gungern im Freien

gungern – ist der interational gebräuchliche Fachbegriff für „bimmeln“, „schellen“ oder „läuten“ und bezeichnet eine der ältesten und traditionsreichsten Praktiken in der Haus- und Nutztierhaltung.
Die Gunger | Gungera plural,  ist der interational gebräuchliche Fachbegriff für ein Idiophon, das an ein Haustier gebunden wird.

Ca. 9.500 v. Chr., mit Beginn des Neolithikums, entstand auch das Bedürfnis, das liebe Vieh in der Natur leichter wiederzufinden. Nach mehreren Versuchen mit Kupferblechgungera gelang es zuerst den Chinesen jedoch erst um 5.500 v. Chr., den analogen Vorläufer der heutigen GPS-Chips in Form einer stabile Glocke zu gießen.
Bis diese Neuerung jedoch auch in den Alpen Einzug hielt, dauerte es, wie die Einführung des schnellen Internets, jedoch noch weitere 3.500 Jahre. Bis vor kurzem prägte das klangspezifische Gegungere also seit über 7.500 Jahre akustisch die flächenmäßig immer noch zunehmenden Kulturlandschaften bzw. Monokulturen in der Welt.

Immer häufiger bewegt sich heute das Jung- und Schlachtvieh lautlos, weil gechipt, auf den Agrarflächen von Kapitalgesellschaften, wobei die meisten Nutztiere in den modernen, meist geschlossenen Mast- und Melkhallen verschwinden und mit ihnen das Gungern in den Naherholungsgebieten. Es wird still auf den Wiesen, die früher einmal Weiden mit Kräutern, Wiesenblumen, Regenwürmern, brummenden Insekten sowie einer Fülle von Bodenlebewesen waren und bald nur noch der Silageherstellung dienen.

Gungern ist, wie Pawlow bereits vor rund 100 Jahren mit einer Glocke bewies und von der aktuellen Kognitionswissenschaft sehr differenziert bestätigt wird, ein durch Klangbilder hervorgerufenes und identitätstiftendes Kulturgut, das in der Lage ist, jede Art von Gefühl auszulösen. Insbesondere auch das von Vielen angestrebte Heimat-, Urlaubs- und Glücksgefühl.

Immer mehr der Verantwortlichen in den Kultur- Heimat- und vor allem in den Tourismusorganisationen erkennen heute, dass sich die vollwertige und nachhaltig wirkende Charakteristik ihres Ortes einzig aus der Summe von Bild, Klang, Geruch sowie der Speise- bzw. Getränkekarte imagebildend herstellen lässt. Was dazu führt, dass zunehmend mehr und mehr approbierte Gunger:innen den vielseitig klanglichen Verlust in der Welt substituieren.

Ja, in Oberbayern spricht man bereis von den „big five“ der traditionellen alpenländischen Kultur, die belebt wird von Jodler:innen, Alphornbläser:innen, Goaßlschoizer:innen, Böllerschütz:innen und Gunger:innen.

Gungern ist so bunt wie die Welt. Wer gungert oder begungert wird, wird sich an der überraschend großen Vielfalt des Gungerns erfreuen und staunen. Zu unterscheiden ist:

Das Alltagsgungern
mit dem Kleintiergungern und Großtiergungern, dem Lauf-, Fress- und Verdauungsgungern, dem Weidegungern, Steppen- oder Almgungern.

Das Konzertgungern
welches meist in Form einer Performance gegungert wird und als Indigungern oder Traditionsgungern, zu hören ist. Eine sehr spezielle Form ist das Wies’ngungern, das auch bei Wald- und Seefesten zu hören ist.

Das Kontemplations- oder Meditationsgungern
wird entsprechend der spirituellen Praktik gegungert und häufig auch als Kultgungern bezeichnet.

Das Demonstrationsgungern
dabei geht es um die Herstellung einer hörbaren Präsenz z. B. an Frohnleichnam, in der schwäbisch-alemannischen Fastnacht, bei den Perchten, den Scheller- und Trychlertreffen  während der Umzüge bzw. im Rahmen eines Volksfestes. Natürlich gibt es auch Verweigerungs-, Trotz-, Frust- und Protestgungern. Zum Beispiel wenn sich 20.000 Nebenerwerbslandwirte vor der Zentrale des Deutschen Bauernverbandes (DBV) sowie dem Landwirtschaftsministerium für den Erhalt einer natürlichen Lebensmittelherstellung lautstark einsetzen.

Das Haus- bzw. Stubengungern
in dem das Lustgungern bzw. Fungungern bevorzugt praktizieren wird.

Im Trend liegen derzeit:

  • Urbangungern
  • Undergroundgungern
  • Inklusionsgungern
  • Konspirationsgungern
  • Mahngungern
PERFORMANCE

PERFORMANCE

Approbierte Gungerinnen gungern am Gärtnerplatz im Münchener Glockenbachviertel und begungerten fach- und artgerecht das frische Frühlingsgrün mit dem Klang der alpinen Weiden aus den Naherholungsgebieten für die Einwohnenden, Durchlaufenden und Herumsitzenden.Es...

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HÖRST DU WAS?

HÖRST DU WAS?

Es gungert im Glockenbachviertel Gunger:innen, das sind Tierhütende, Klein- bzw. Nebenerwerbslandwirtschaftende und Künstler:innen, die die Klänge der alpenländischen Viehweiden zu den Einwohnenden und Durchlaufenden tragen um Naherholungs- und Urlaubsgefühle im...

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GUNGERA

GUNGERA

Die Musealisierung der traditionellen Landwirtschaft ist auch im Alemannischen Kulturraum in vollem Gang. Das Bild zeigt eine private Gungera-Sammlung im Münstertal, Baden-Württemberg, Germany.

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OIMARA

OIMARA

Oimara | Die erste gegungerte Performance Die Uraufführung  fand am 02. Oktober 2019 vor der U-Bahn-Galerie, Universitätsstraße, München, anlässlich der Vernissage der Ausstellung - Lebt wohl! - statt und dauerte 10 Minuten.Idee: Christian StadelbacherRegie: Maria...

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